Solidarität mit Chemnitzer Genoss_innen!

Am 25.10.2019 wurde in Chemnitz das dort vorhandene CDU-Büro besetzt, um

anlässlich der am 9. Oktober 2019 eingeleiteten türkischen Militäroffensive gegen die Menschen in Nord- und Ostsyrien (Rojava), welche keinesfalls der „Grenzsicherung“, sondern faktisch der Vernichtung der kurdischen Identität und aller kurdischen, besonders im Zuge der Revolution in Rojava geschaffenen Errungenschaften, dienen sollte, sowie aufgrund der politischen, wirtschaftlichen und personellen Verbindungen der BRD mit der faschistischen türkischen Präsidialdiktatur,

auf die Situation und die Verflechtungen deutscher Politik aufmerksam zu machen und Widerstand zu zeigen.

Wir beglückwünschen alle Menschen, die auch in Städten wie Chemnitz, Heidenau, Zwickau oder Glauchau antifaschistischen Aktivismus betreiben und sich von der Situation in vor allem der ostdeutschen Provinz nicht einschüchtern lassen.
In den Strukturen der Großstädte lassen sich immer innerlinke Konflikte ausleben und ausdiskutieren, diese Möglichkeit gibt die Provinz nicht immer her – dafür gibt es schlicht zu wenige von uns dort. Und wer schonmal den Baumarkt nicht betreten konnte, weil die Nazis sonst das Nummernschild des Autos auf dem Schirm gehabt hätten, weiß, wovon wir sprechen.
Auch, wenn wir in der Analyse nicht immer übereinstimmen, auch, wenn wir uns in politischen Diskussionen wohl nicht zwingend auf der gleichen Seite stehend wiederfinden würden, möchten wir hiermit unsere Solidarität mit den Chemnitzer Genoss_innen aussprechen.
(Und sie dennoch bitten, ihre verlinkten Texte kritisch bezüglich Antisemitismus zu reflektieren.)

Im Zuge dessen wurde nun gegen die Besetzenden das Mahlwerk staatlicher Repression in Gang gesetzt – wir antworten darauf mit Solidarität.
Unter https://cdubesetzen.noblogs.org/ könnt ihr mehr über die Besetzung und die formulierte Kritik erfahren und für die Genoss_innen spenden.

Solidarität ist eine Waffe und wir wissen ganz genau, wie man sie gebraucht! (Auch, wenn wir nicht immer einer Meinung sind und gerne mit euch mal eine Diskussion über Israel führen würden, um uns einen genaueren Eindruck von euch machen zu können.)

Communiqué – Repression

Es lässt sich sehr leicht über staatliche Gewalt und deren Sinnlosigkeit philosophieren, wenn man selbst dann aber plötzlich im Visier des Verfassungsschutzes steht, versteht man, warum man ihr entgegentreten muss.

Am Dienstag den 16.05.2017 wurde ein Aktivist und Autor von Communiqué Opfer staatlicher Repression. Auf der Arbeit verhaftet, die Wohnung krankhaft genau durchsucht und die „Waffen“ von Communique beschlagnahmt: eine Kamera, ein Laptop und ein Handy – Die peinigende Methodik der Exekutive. Was uns wirklich zu tränen rührte war eure Solidarität…

Bereits wenige Stunden nach einem solch feigen Eingriff in die Lebens- und  Privatsphäre, der mit keiner konkreten Anschuldigung begründet wurde, konnten wir durch Eure Unterstützung unsere Weiterarbeit provisorisch sichern und sind Allen, die spendeten oder in dieser harten Zeit für uns da waren, zu tiefem Dank verpflichtet. Dankeschön, im Namen des Betroffenen und mit ihm stets auch im Namen Communiqués.

Unsere Waffen sind Worte und sie werden uns nie zum Schweigen bringen!

Doch geht es hier nicht um einseitigen Profit durch Eure Courage und Empathie, wir möchten Eure enorme Solidarität zu jeder Zeit im Kopf behalten und sie in geschlossener Faust weitertragen, in die kämpferische Rigaer Straße, in die von der Räumung bedrohte Friedel54, in den kurdischen Freiheitskampf rund um Kobanê, zur aktuellen Hausbesetzung in Bochum und sie über- und weitergeben an alle, die in schweren Zeiten einen solidarischen Zuhörer, Partner oder Freund gebrauchen können.

We are here, and we will fight! – Freedom of speech, is everybody’s right! Contre le Repression!

Wer helfen möchte: Was wir gerade sehr brauchen sind Geldspenden um damit verbundenen Kosten entgegenzutreten: https://www.leetchi.com//c/projekt-von-autonomes-reisen