Gilets Jaunes – eine kritische aktuelle Einschätzung

Aktuelle Einschätzung der Lage von Pariser Antifaschist*innen. Artikel von Paris Luttes übersetzthttps://paris-luttes.info/pour-les-actes-a-venir-ne-11605?lang=fr

Es sei gesagt, die Bewegung der Gelben Westen wird angesichts der Macht der Regierung nicht als Sieger hervorgehen, wenn sie sich in der gegenwärtigen Richtung fortsetzt. Wir zweifeln nicht an den guten Absichten der Menschen, die sich vor ein paar Wochen entschlossen haben, die Demonstrationen anzumelden, insbesondere in Paris. Wir finden jedoch, dass dies die Bewegung der Gelben Westen völlig harmlos macht. Und genau das will die Regierung. Mit diesen angemeldeten Demonstrationen, mit Gesprächspartnern als „verantwortliche“, mit einer im Voraus bekannten Route, gewinnt die Regierung die Kontrolle über die soziale Bewegung zurück und kann den Protest ignorieren. Demonstrationen wie der 12. Akt in Paris könnten wir  50 weitere abhalten ohne die Regierung zu beeinträchtigen. Während die ersten fünf Akte, viel spontaner und undisziplinierter die Regierung komplett erschüttert haben. Schließlich glauben wir nicht, dass diese angemeldeten Proteste Gewalt (und damit Verletzten) vorbeugt.

Die Regierung kann sich also eines Tages rühmen die Proteste im Griff zu haben. (abgesehen von direkten Auseinandersetzungen mit der Polizei): Keine Barrikaden, keine geplünderten Geschäfte, keine blockierte Straßen. Die Frage ist nicht, ob man gewalttätig sein soll oder nicht. Viele gewalttätige Handlungen haben keinen Nutzen für den Rest der Bewegung. Und viele gewaltfreie Taten sind zutiefst subversiv und nützlich. Andererseits hat das Annehmen der Regeln der Regierung, die man zu stürzen versucht keine strategische Bedeutung. Lasst uns die Kraft dieser Bewegung bei behalten, lasst uns spontan sein, ohne Anführer, ungezogen, glücklich, beleidigend.  Kein Führer. Keine Vertreter. Nur Bürger, die sich treffen und gemeinsam entscheiden, was sie in wenigen Stunden erreichen wollen. Die Gelben Westen dürfen sich nicht auf die Gewerkschaften auswirken, indem sie deren große Demonstrationen organisieren, in der alles im Voraus geschrieben ist, wo die „Führer“ mit den Behörden diskutieren, um „im besten Fall“ die Demo abzuhalten. Wie es „am besten“ für die Regierung ist, nicht für die Menschen. Wir rufen daher alle Gelbwesten dazu auf, in Zukunft nicht angemeldete Versammlungen zu besuchen. In den kommenden Wochen werden wir versuchen, so viele Initiativen und Aufrufe wie möglich weiterzuleiten.“