Solidarität – gegen Jugendwiderstand und ähnlichen Lack.

Moin!

Bisschen ruhig ist es hier gewesen, also starten wir das neue Jahr gleich mal mit einem Statement. Oder, nein. Erstmal lest ihr hier:

http://jogginghosenafa.blogsport.de/

und jetzt statementen wir: Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den Betroffenen der physischen und psychischen Gewalt, die von Mitgliedern des „Jugendwiderstand“ und ähnlicher Gruppierungen ausgeht.

Für die, die es noch nicht wissen: Der Jugendwiderstand ist eine Gruppe von Maoisten in Neukölln (Berlin), die aber auch Ableger/verbündete Gruppierungen in anderen deutschen Städten haben. Sie zeichnet ein tiefsitzender Antisemitismus, eine verkürzte Analyse und eine überbordende Gewaltbereitschaft aus. Bewusst oder unbewusst erinnern sie tatsächlich an die „Roten Garden“ von Mao Zedong, die dieser dafür nutzte, unliebsame Personen wahlweise zu denunzieren, durch körperliche oder durch psychische Gewalt zum Schweigen zu bringen. Eine befreite Gesellschaft sieht anders aus (naja, meiner Meinung nach.)

Dem Jugendwiderstand fehlt Mao, weshalb sie sich an seiner Ideologie festhalten, aber den physischen „Vater“ vermissen lassen – vielleicht gar nicht so schlecht.
Stattdessen propagieren sie, dass der „Körper gestählt“ werden müsse für den „Kampf gegen die imperialistischen Mächte“ und schmähen ihre politischen Gegner damit, sie wären „verweichlichte Hedonist_innen“ (Gendern wurde von mir eingefügt, als ob der Jugendwiderstand gendern würde.) Imperialistische Mächte sind übrigens alle, die nicht sie sind und auch sonst ist es eine kleine, ziemlich gefährliche Gemeinschaft mit starker „Wir gegen den Rest der Welt“ Ideologie – und tatsächlich in der Art und Weise, wie sie auftreten und sich inszenieren, durchaus mit Anhänger_innen der „Identitären Bewegung“ zu vergleichen.

Beide Gruppierungen sind weiß und cis männlich geprägt, treten kämpferisch auf, propagieren Kampfsport und körperliche Ertüchtigung, versuchen den politischen Gegner mittels körperlicher und physischer Gewalt einzuschränken, sehen sich selbst als „letzte Reihe vor dem Untergang“ und ihre Mitgliederzahl entspricht keinesfalls ihren vollmundigen Behauptungen von wahlweise Revolution/Rettung des Abendlandes.

Dennoch sind beide Gruppierungen aufgrund ihrer Bereitschaft, (imaginierte) Gegner_innen anzugreifen, durchaus gefährlich und sollten auch so behandelt werden.

Schlussendlich gilt: Kein Schulterschluss mit Faschist_innen, kein gemeinsamer Kampf mit Antisemit_innen und für eine befreite Gesellschaft!

Achja, Nachtrag: Wenn ihr nicht wollt, dass ihr mit Faschos verglichen werdet, dann verhaltet euch nicht wie solche. Ein Anfang wäre, dass ihr aufhört, Menschen anzugreifen, weil sie eurem imaginierten Feindbild entsprechen. Ein weiterer Schritt wäre es, die eigene Analyse zu schärfen und ein dritter, sein verdammtes Mackertum zu reflektieren.

Alternativ könnt ihr natürlich scheiße sein, aber dann seid ihr eben scheiße – und keine, ich wiederhole, keine Aktivist_innen!